Neuster Report

  • Deutschland: Wachstum sinkt – Arbeitslose steigen – Brent Oil am Donnerstag wieder über 110 USD – Schwappt der Benzin-Engpass nach Europa? – 1. Quartal abgeschlossen: bald neue Zahlen

    Liebe Leser,

    spätestens am jetzigen Beispiel ist eine alte Börsenweisheit Geschichte: „Politische Börsen haben kurze Beine“ Man kann die schnellen Ausschläge bei Sprüchen von Trump durchaus in diese Kategorie stellen. Doch an der „Median-Welle“ hat es keine großen Auswirkungen. Die nachhaltige Interpretation der Auswirkungen sind für Anleger / Investoren jetzt die richtige „Waffe“ (wenn ich dieses Wort im Kriegs-Kontext verwenden darf).

    Die Aktien-Indizes haben in dieser Woche eine starke Erholung im Zuge der überverkauften Märkte erlebt. Doch ist diese nachhaltig? Nein!, die Inflations-Daten explodieren weltweit. Der Öl-Preis (Brent) denkt überhaupt nicht darüber nach, dass die 100 US Dollar-Marke nach unten durchbricht. Die Inflation ist in Deutschland um 2,8% gestiegen. Dabei wurde das ohnehin schon verfälschte Wirtschafts-Wachstum Deutschland von erwarteten 1% auf 0,6% gesenkt. Und dies ist erst den Anfang. Real betrachtet (Wachstum Minus Inflation) ist es eine hohe Schrumpfung. Das einzige Wachstum gibt es in Deutschland bei der Arbeitslosenzahl. Auch in den anderen Ländern sieht es kaum besser aus. Nun, die Senkungen der Wachstums-Prognosen könnten sogar noch übler ausfallen.

    Dramatisch sieht es an den internationalen Benzin- und Lieferketten aus. Vor allem Ostasien und Südostasien inklusive Australien sind bereits voll im Chaos. Tankstellen sind teilweise dicht und die Preise schießen während der Rationierung nach oben. Auf den Philippinen und soweit ich weiß auch Thailand ist der Energie-Notstand ausgerufen worden. Heute oder morgen soll der letzten Öl-Container aus dem Mittleren / Nahen Osten in England einlaufen. Dann ist die Welle der Rationierung von Oil & Gas auch nach Europa geschwappt. Es zeigt ähnliche Entwicklungs-Strukturen wie bei Covid19. Wann kommt der globale „Energie-Lockdown“? Die „politische Börse“ ist also mit einem rumsenilen von Politikern und Herbeireden von Friedensgesprächen nicht beeinträchtigt. Die Folgen kommen erst langsam bei den Unternehmen und der Wallstreet an. Dann erst beginnt der große Schock! (Sowohl auf dem realen Markt, als auch im Finanz-Markt)

    Das 1. Quartal ist vorüber und übernächste Woche startet endlich wieder die Berichtssaison. Das vierteljährliche Highlight dürfte in diesem Jahr besonders spannend sein. Wie wollen Unternehmen momentan überhaupt noch planen? Chip-Sektor, Energie-Aktien, KI, Automobilhersteller, Tourismus / Flug, Produktionen … also die Ausblicke werden vor allem spannend. Und wie immer passe ich gerne bei den gefälschten Bilanzen der Banken und Investment-Häusern aus. Es wird eine super spannende Phase, die für gewöhnlich rund 2 bis 3 Wochen dauert.

    Einzelmeldungen von Unternehmen schwinden in der aktuellen Phase von den Tickern. Es ist die „Top-Down“ Phase, an der die volkswirtschaftlichen Themen alles andere in den Schatten stellt. Doch wie gesagt: die Ruhe ist in 2 Wochen vorbei, wenn die frischen Zahlen veröffentlicht werden. Bis dahin bleibt der Krieg und Konjunktur-Daten bei den Anlegern und Investoren im Fokus.

    Wie geht’s an den Börsen weiter?

    Das lange Ostern-Wochenende könnte zu einer Neu-Berechnung am nächsten Dienstag führen. Der Krieg kann über die Oster-Feiertage viele Überraschungen bringen. Deshalb ist es jetzt natürlich eine heikle Angelegenheit für Kurzfrist-Zocker. Wer hier über das Wochenende auf kurzfristige „Scheine“ spekuliert, kann quasi auch ins Casino: Schwarz / Rot. Zum Ausblick verwende ich den Text von der letzten Ausgabe, weil sich an der Situation nichts geändert hat:
    „Der Iran-Krieg und die Energie-Rohstoff-Versorgung bleibt das zentrale Thema und die Auswirkungen werden ziemlich sicher in der kommenden Woche noch sichtbarer. Das könnte den Anlegern weitere Impulse für Verkäufe an den Börsen bringen.“ Mit diesen Worten habe ich die letzte Ausgabe im „Wie geht’s weiter“ Kontext geschrieben. Nun, ich verweise noch einmal darauf, dass ich privat Absicherungs-Positionen längst aufgebaut habe. Das bedeutet nicht, dass jetzt alle „Short“ gehen sollen. Der Börsen-Spruch: „alles ist eingepreist“ hat eine Haltbarkeits-Dauer von 10 Minuten. Deshalb muss man am Puls der Zeit bleiben.

    Ich wünsche Frohe Ostern!

    Ihr
    Rainer Hahn
    Chefredakteur

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